Mittwoch, 19. Juni 2013

[Blogtour] Flying Moon - Katrin Bongard Tag 3


Hey Leute :)

Ich möchte euch zum dritten Tag  der  Flying Moon - Blogtour willkommen heißen.

Gestern habt ihr bei "Die Seitenflüsterer" bereits einige Informationen über die Autorin erhalten.

Heute stellt sich Katrin meinen Interviewfragen.


Sie gibt uns die Chance sie privat und auch ein wenig beruflich besser kennenzulernen.
Bei Mel Bücherwurm findet ihr an Tag 6 (24. Juni) ein weiteres Interview mit der Autorin;
anders als bei mir geht es um das Buch. 
Ich hoffe das viele eurer Fragen bereits beantwortet werden,
sonst habt ihr bei Merlins Bücherkiste an Tag 7 (25. Juni)
die Gelegenheit eure Fragen an Katrin zu stellen.



Doch bevor ich zu dem Interview komme, ein paar kleine Buchdetails:



Autorin: Katrin Bongard
Verlag: Red Bug Books
Ausgabe: Taschenbuch/ Ebook
Erscheinungsdatum: 11. September 2012
Sprache: Deutsch 
ISBN-10:
3943799212 
ISBN-13: 978-3943799217

Hier alle Blog im Überblick.

19.6. Xallaya
21.6. Buecherfee
29./30.6 Ka-Sa`s Buchfinder


Hier noch ein Foto von Katrin, damit ihr auch wisst mit wem ich mein Interview geführt habe :)




Nun zum
 Interview 

Hallo Katrin, 
 danke das du dich meinen Fragen stellst!
Stell dich bitte mit eigenen Worten vor, gerne auch außergewöhnlich.
Hm. Geht ganz schnell. Ich bin Künstlerin. Durch und durch. Alles, was ich arbeite oder mache hat damit zu tun. Zum Beispiel kaufe ich Shampoo nach der Farbe der Verpackung und entferne die (hässlichen) Etiketten. Ich würde am liebsten die ganze Welt zu einem schönen farbigen, aufregenden Ort umgestalten. Vieles könnte man so lassen, aber an einigen Stellen hätte ich sehr gute Verbesserungsvorschläge ;-)

Dein schönstes Kindheitserlebnis?

Hm. Ich hatte ein ziemlich traumhafte Kindheit, weshalb meine Erinnerungen sich gerne an den wenigen schlechten  Erfahrungen aufhalten (aber wir kommen ja noch zu peinlichen Momenten ...).
Sagen wir mal: Meine Kindheit setzt sich aus sehr vielen, kleinen intensiven glücklichen Momenten zusammen: Ich bin in einer modernen Wohnsiedlung (mit großen Grundflächen zwischen den Wohnblöcken und Bäumen etc) in einer Bullerbü-artigen Kinderbande in Berlin-Zehlendorf aufgewachsen. Ich habe Kleider getragen und hatte Zöpfe, aber meine zwei Brüder haben dafür gesorgt, dass meine jungenhafte Seite sehr gut ausgeprägt ist (vielleicht sogar besser??)
Lieblingsmomente: *Gräben in der Buddelkiste graben und Wasser reinlassen. *Gruppenspiele, Verfolgungen, Verstecken mit der Bande. *Eisessen und immer wieder ein neues kaufen, da es einen Supermarkt direkt gegenüber von unserem Haus gab *Risiko, Monopoly etc mit meinen Brüdern speilen *Mit angemalten Pappkartons eine Stadt bauen *Verkleiden *Geisterbahn in Wohnung aufbauen und sich gegenseitig im Schreibtischstuhl meines Vaters hindurchfahren *Meine Mäusezucht *Meine Hasen *Malen, malen, malen *Schaukeln auf der Schaukel im Wohnzimmer (zwischen den Türposten) und dazu eine Countryplatte hören. *Auf Bäume klettern *Einen Jungen mit meinen Judokentnissen besiegen und solange am Boden festhalten, bis er gesteht, verloren zu haben … 

Okay, es gibt ein Muster: Gruppen, Tiere, Musik, Malen, Jungs …. Ist bis heut so geblieben würde ich sagen ;-)
Dein peinlichstes Erlebnis?

Eines? Ich habe da offen gestanden eine ganze Liste…  Ich mach das mal wie oben *Sachen aus Supermarkt mitgenommen und vor der Tür aufgegessen, weil ich dachte, die wären umsonst (dann kam der Filialleiter nach draußen…) *Zur Beichte in der katholischen Kirche gegangen, obwohl ich nicht getauft bin (wurde erwischt) *Meinen Geschichtslehrer verfressen genannt (er war dick) während er auf der Treppe hinter mir stand. - Um nur mal die Highlights zu nennen. 
Die meisten peinlichen Momente schließen Jungs mit ein. Es war mir immer sehr unangenehm, wenn jemand etwas von mir wollte und ich kein Interesse hatte. Und leider habe ich oft nicht besonders sensibel reagiert. Wenn ich daran denke, dann krampft sich bei mir heute noch alles zusammen. Ich versuche diese Momente in meinen Büchern zu verarbeiten, indem ich sie meine Protagonisten erleben lassen (Überraschung - sie verhalten sich auch nicht viel besser!), aber irgendwie fühle ich mich danach besser :)
 
Wie bist du eigentlich zum schreiben gekommen?

Falls du meinst, wann ich zu Schreiben angefangen habe? Ich habe schon sehr früh lesen gelernt (vor der Schule) und auch sehr schnell schreiben und dann gleich mal die ersten "Bücher" geschrieben. Mit Bildern versteht sich. Aufsätze waren meine Spezialität in der Schule Inhalt  1, Rechtschreibung 4 Endnote 3 (wie gut, dass es jetzt Lektoren gibt!)
In den 90ern habe ich meinen ersten Roman verfasst (er ist wegen mangelnder Qualität vernichtet) und bin dann zufällig zum  Drehbuchschreiben gekommen. Was eine großartige Schule war. Da ich damit Geld verdienen wollte, habe ich gelernt, sehr schnell und gut zu plotten (eine Handlung zu entwerfen) und kurze Exposés zu schreiben. Das habe ich zehn Jahre gemacht, dann mein erstes Buchmanuskript geschrieben (das ein Drehbuch sein sollte), dafür gleich drei Preise gewonnen und es bei Beltz veröffentlicht. Zwei weitere Romane folgten, dann war ich genervt von dem langsamen Verlagsbetrieb und habe einen Internetroman gebloggt und mich neu orientiert. Eine Agentin gefunden - okay, da war ich dann kein Anfänger mehr … und dann bei Oetinger gleich drei Buchprojekte untergebracht (Zwei sind schon geschrieben, einen muss ich Ende September fertig schreiben). Sie wollten auch einen vierten Vertrag mit mir machen, aber mir war das Buchprojekt mit Red Bug Books wichtiger (Loving). Erwähne sollte ich vielleicht noch, dass ich etwa 60 Tagebücher besitze, die ich geführt habe, seit ich 16 bin. Was vielleicht die wichtigste Schreiberfahrung gewesen ist.
Wie klappt das mit Familie und Arbeit?
Als ich das erste Buch geschrieben habe, habe ich eine große Ankündigung gemacht: Leute, ich bin jetzt mal ein paar Monate "weg". Geistig. Mittlerweile habe ich gelernt, nicht mehr so stark abzutauchen. Ich verlasse den Laptop und bin wieder im Leben und zurück geht es genauso schnell. Im Moment klappt beides zusammen sehr gut.
  
Ein gewöhnlicher Arbeitsalltag, wie sieht der bei dir aus?
Wenn einer aus der Familie früh aufstehen muss, stehe ich meist mit auf. Ansonsten schlafe ich gerne lange, weil ich meist bis 2/3Uhr nachts arbeite. Nach dem Frühstück arbeite ich. Je nachdem, was gerade ansteht, also für die Agentur oder ich kümmere mich um die Kunst oder ich schreibe. Dann mache ich Pause. Meist in einem Café, denn ich muss dann Leute sehen, und raus aus der Wohnung. Die zweite Arbeitsphase ist am Nachmittag. Zurzeit ist es viel Schreiben. Dann Abendessen und Film gucken mit der Familie. Danach wieder schreiben bis tief in die Nacht. Hausarbeit und Einkaufen erledige ich irgendwie zwischen all dem, aber wir teilen sehr viel in der Familie. Aber, wenn ich ehrlich bin, dann gibt es wenig "normale" Tage und das finde ich auch sehr gut so. 
Wann hast du Ideen?

Ich denke viel nach und schiebe Dinge im Kopf hin und her und dann ist da plötzlich die Lösung! Oder ich sehe etwas, und denke: ja, das kannst du gebrauchen! Oder ich höre ein Gespräch und ziehe etwas heraus, oder ich sehe einen Film und … so weiter. Ich finde überall Ideen und ich habe sie immer dann, wenn ich gut gelaunt und entspannt bin. Merken? Also ich bin jetzt nicht so der Typ, der alles gleich aufschreiben muss. Wenn ich eine Idee aufschreibe, dann finde ich sie meist irgendwann wieder und kann nichts mehr damit anfangen. Eine Idee ist für mich überhaupt nur gut, wenn sie bleibt. Auch ohne Aufschreiben.

Ich habe gelesen, dass du auch Drehbuchautorin bist, wie kamst du zu diesem Beruf und was ist das spannende daran?

  Zufällig. Ich schrieb an meinem ersten großen Berlinroman ;-)) (glücklicherweise schon vernichtet!) und war wirklich verzweifelt, wie schwer es ist, gut zu schreiben und dann poppte eine Ausschreibung für ein Drehbuch in mein Leben. Dazu wohnte ein Drehbuchautor unter uns und ich fand das - im Vergleich zu einem Roman - so einfach, ein Drehbuch zu schreiben (okay, auch das weiß ich heute besser …). Und habe dann festgestellt, dass ich das wirklich ganz gut kann und vor allem sehr schnell darin bin. Was ist spannend daran? Man lernt, bildlich zu schreiben. Jede Szene wird ja schließlich später zum Bild und davon profitierte mein Schreiben sehr.

Du arbeitest ja auch mit jungen Schauspielern zusammen, was ist für dich spannender, die Entstehung zu einem deiner Bücher, oder der die Arbeit mit TV und Kino?

  Das Coachen der Schauspieler macht mir viel Spaß. Die Vermittlungsarbeit in der Agentur ist eher geschäftsmäßig, Verträge prüfen, Gagen aushandeln, also nicht sehr kreativ. Da male oder schreibe ich schon lieber. Obwohl - eine gute Gagenverhandlung kann schon viel Spaß machen ;-)

Wie entsteht ein Buch bei dir? Von Anfang bis Ende, oder entsteht vielleicht die Mitte zuerst und plottest drum herum?

  Ich habe alles schon durch. Ich würde sagen, mittlerweile kann ich vorne anfangen und einfach durchschreiben bis zum Ende. Dabei ändern sich natürlich Dinge später noch mal, aber ich muss nicht mehr viel umstellen, wie früher, wo ich mich öfter verrannt habe.

Wann hast du mit schreiben angefangen und hat dich jemand gefördert?

Wie gesagt, sobald ich den Stift halten konnte, habe ich geschrieben. Gefördert? Na ja, ich hatte immer gute Deutschlehrer und Lehrerinnen und meine Mutter liebt Bücher und gute Texte und mit ihr habe ich viel über Literatur geredet und daher ein Gespür für Texte entwickelt.

Hast du schon weitere Projekte in Planung und kannst du schon etwas dazu verraten?

  Ich habe einen Abgabetermin Ende September für Oetinger. Ein Thriller und er spielt in Brandenburg auf dem Land und ich freue mich, den richtig "schocking" zu machen und gleichzeitig eine interessante Liebesgeschichte zu erzählen.
Mich würde noch interessieren, ob es ein Genre gibt, was dich reizen würde, du aber noch nicht ausprobiert hast?
Egal, welches Genre, mich interessieren Menschen und ihre Motivationen. ich könnte vermutlich auch ein Fantasy-Buch schreiben, aber schon als Kind habe ich lieber realistische Stoffe gelesen. Der Thriller hat mich gereizt. Da ist ein neues Thema für mich, mal sehen, wie gut ich mich da schlage. Und einen Krimi zu schreiben - so in der Art, wie Patrizia Highsmith - könnte mich aus reizen.
E-Book oder gedrucktes Buch, wozu tendierst Du? 
  Gute Frage. Also, ich muss gestehen, das eBook hat mich einfach im Sturm erobert. ich bin kein großer Büchersammler, ich liebe Bibliotheken und für mich war der Inhalt eines Buches immer das Wichtigste (obwohl ich auf gute Cover stehe! Ich könnte mir ein eBook wegen des guten Covers kaufen). Seit ich ein iPad und iPhone habe, lese ich wieder so exzessiv wie früher, nämlich überall, wo ich bin. Ich habe meinen Lesestoff ja jetzt immer dabei! Aber wenn ich etwas unbedingt lesen will, und es gibt es nur in Stein gemeißelt, dann werde ich mich auch davon nicht abhalten lassen. 
Und zum Schluss.... verrate uns bitte ein kleines Geheimnis über Dich :-) 
  Oh, es gibt eine Millionen Geheimnisse über mich. Ich verlange mir ab, in jedem Buch ein Geheimnis über mich zu lüften, denn ich finde, Bücher werden dadurch lebendig, dass man sich als Autor dem Leser gegenüber öffnet. Also … wer meine Bücher liest, findet die Geheimnisse und für die Nichtleser bleibe ich lieber geheimnisvoll.
Vielen Dank Liebe Katrin, das du dich meinen Fragen hier gestellt hast. Das war wirklich informativ und ich freue mich schon auf das Interview zum Buch auf dem Blog von Mel.
Möchtest du noch etwas sagen?

(Ich stelle mir gerade vor, ich wäre in einer Fernsehshow. Vermutlich würde ich dann irgendein politisches Statement abgeben. Und  sicher NICHT meine Verwandten grüßen) Aber hier reicht mir ein:  Danke für die schönen Fragen!


Danke das ihr das Interview bis zum Ende verfolgt habt. 
Morgen geht es weiter auf Pias`s Buecherinsel :)


Am Ende der Blogtour gibt es auch noch etwas tolles zu gewinnen :)

Um zu Gewinnen verfolgt die Blogtour weiterhin aufmerksam,
  am Ende warten unteranderem diese tollen Gewinne auf euch!

5 signierte Exemplare von Flying Moon :)
1 Red Bug Books Hoddie
1 Tasse




 

Ich bin total neidisch auf euch, denn ihr habt die Chance diese wundervollen Preise zu gewinnen :)




 



Kommentare:

  1. Selten so viel Spass beim lesen der Antworten eines Interview gehabt!
    Toll!!!

    GlG Katja

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  2. Hallo Xallaya,

    ja, dieses Interview macht wirklich Laune, lustig und zu gleich informativ! Was will man mehr als Leser...

    LG..Karin..

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  3. Das Interview war wirklich toll!

    Du wurdest getaggt! *gg* Für mehr Informationen siehe hier:

    http://omegarezensionen.blogspot.de/2013/06/omg-ich-wurde-getaggt.html

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  4. Hab dir einen Award verliehen : http://piasbuecherinsel.blogspot.de/2013/06/mein-erster-award-one-lovely-blog-award.html

    lg Pia

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  5. Hallo Micky,

    seltsam, dein Wordpress Blog war ganz hell und nun - die dunkle Seite von Xallaya ... ;-) Und du hast ja wirklich eine Menge aus mir heraus gekitzelt ... Lieben Gruß! Katrin

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  6. Hi Micky,

    dein Wordpress Blog war so hell und hier die dunkle Seite von Xallaya ... ;-)
    Und du hast ja wirklich viel aus mir heraus gekitzelt.

    Lieben Gruß
    Katrin

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    1. Hey :)
      Ja das Design meinem Wordpress Blogs war heller.
      Hier fühle ich mich aber einfach wohler weil ich viel mehr gestalterische Möglichkeiten habe :)
      Außerdem gefällt mir das dunkel auf Hell ganz gut.
      Schön Schlicht :)

      Mir ist sogar gestern noch eine Frage eingefallen, leider zuspät :)

      Lg
      Micky

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    2. Wer weiß, vielleicht hat die Mel gestellt ^^...

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    3. Ich glaube nicht ^^ :)
      Ich backe gerne, was ist dein Lieblingsbackrezept :P

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    4. Also das Rezept, dass ich am besten kann, und wofür ich *berühmt* bin, sind Hefeschnecken (nein, gar nicht erst fragen, dieses Rezept ist absolut geheim). Alle meine Lieblingsrezepte sind mit Hefeteig. Den liebe ich einfach.

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    5. Wie gut das mir die Frage erst danach eingefallen ist... :)
      Alle anderen bekommen die jetzt gestellt :)

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  7. Die Tasse gefällt mir mit Abstand am besten :D ... Das wär auch ein nettes Weihnachtsgeschenk. So werden es eben neue Snowboardboots für meinen Liebsten :).

    Liebe Grüße
    Marie

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